Durch eine steigende Bevölkerung, den wachsenden Nachverfolgbarkeitsbedarf und immer knapper werdende landwirtschaftliche Nutzflächen steht die Landwirtschaft an einem Wendepunkt. Wie lautet die Lösung? Die Ernte Quadratmeter für Quadratmeter durch intelligente Landwirtschaft zu steigern! Das Maschinenbauunternehmen AVR nimmt hier eine Pionierposition ein. In dieser Hinsicht hat AVR am 9. Juli 2018 eine Infoveranstaltung für Belgischen Anbauer und Verarbeiter rund um das Thema „Internet of Things“ (IoT bzw. Internet der Dinge) ausgeführt. Gastredner waren Sven Van De Voorde (Delhaize) und Jürgen Decloedt (VITO).
Was verlangt der Konsument und wie müssen wir reagieren?
Startpunkt, um herauszufinden, welche Technologien den Anbauer unterstützen, um die Nachfrage zu erfüllen, ist die Frage, wer der Konsument ist und was er verlangt.
Marktuntersuchungen des Unternehmens Delhaize zufolge hat sich das Profil des Konsumenten komplett verändert, sodass wir es mit einem viel kritischeren Konsumenten zu tun haben. Die Kategorien verschieben sich von lebenszeitgebundenen Gruppen, die eine Auswahl ihrer Lebensmittel nach ihren familiären Umständen treffen, hin zu Gruppen, die nicht lebenszeitgebunden sind und ihre Auswahl nach dem Anbauverhalten und qualitativen Anforderungen treffen:
Nutzung von Daten für verbesserte landwirtschaftliche Praktiken
Da alle Fahrzeuge heute standardmäßig mit einem Sensorensystem ausgestattet sind und sich die Kosten der IoT-Technologie im Sturzflug befinden, sieht der Landmaschinenhersteller AVR viele mit der Datenerfassung verbundene Möglichkeiten. Was hat AVR somit vor? AVR will den Einsatz von miteinander verknüpften Sensoren forcieren, um einen detaillierten Einblick in die Umgebungsbedingungen, den Ernteertrag und in das Bodenmanagement zu erhalten.
„Verbesserte landwirtschaftliche Praktiken sind sehr wichtig, um den Ernährungsbedarf einer exponentiell wachsenden Weltbevölkerung erfüllen zu können. Um diese Herausforderung zu meistern, müssen die Beteiligten intelligente Entscheidungen auf Basis von Datenanalysen treffen.
Landwirte können diese Daten einsetzen, um die Überwachung ihres Ernteertrags zu verbessern. Verarbeitungsbetriebe hingegen erhalten mehr Einblick in die Qualität und Merkmale der zu verarbeitenden Ernteprodukte“, sagt Koen Uyttenhove, IoT-Manager von AVR. „Diese hochgenauen Echtzeit-Einblicke sorgen für eine höhere Effizienz, weniger Abfall und für verbesserte Prozesse“, erläutert Koen zusätzlich.
Der Schwerpunkt von AVR lag in der Vergangenheit mehr auf den mechanischen Aspekten der Landwirtschaft. Hier wurde vor allem auf größere und breitere Maschinen gesetzt, um die Kapazitäten zu vergrößern. Doch durch die Beschränkungen im Straßenverkehr und infolge des zunehmenden Bodendrucks wurde hier bereits ein Endpunkt erreicht. „Unser Ziel heute lautet, intelligentere Maschinen zu entwickeln, die über zusätzliche Sensoren verfügen. Mit den hierüber erfassten Daten schaffen wir für alle Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette neben einem zusätzlichen Mehrwert ein Höchstmaß an Transparenz. Hierdurch fügen wir unserem Kerngeschäft, nämlich dem Bau von hochqualitativen Maschinen für die Landwirtschaft, einen weiteren Mehrwert hinzu.“
Delaware entwickelte eine auf MS Azure basierende IoT-Plattform, worin die vom IoT-Hardwareexperten EuroTech entwickelte Technologie integriert wurde. Die Plattform erfasst, analysiert und visualisiert die Daten der in den Traktoren und anderen Agrarfahrzeugen installierten Sensoren.
Offene Plattform ab Ende 2018
Zum jetzigen Zeitpunkt ist bereits eine Testversion in Betrieb. Gegen Ende des Jahres 2018 will AVR die Plattform für Endbenutzer öffnen, um ein Feedback aus dem Markt zu erfassen. Auf dieser Basis kann anschließend die Entwicklung neuer Funktionalitäten gesteuert werden.
Koen vertraut darauf wie folgt: „Wir wollen auch auf weitere Technologien setzen, wie etwa den Einsatz von Voraussage- und Bildanalysen, um die Qualität und den Umfang der Ernte vorhersagen zu können.“
AVR wird sich jedoch weiterhin auf die Herstellung von hochqualitativen Maschinen konzentrieren. „Auch wenn diese Forschungsprojekte wichtig für uns sind und es interessant ist, sehr spezifische Softwarelösungen anzubieten, bleiben wir trotzdem in erster Linie Kartoffelfanatiker mit einem Höchstmaß an elektromechanischer Expertise“, schließt Koen ab.
VITO-Kartoffelüberwachungsplattform
VITO präsentierte im Jahr 2017 die offene Überwachungsplattform WatchITgrow. Diese Plattform bezweckt, den verwertbaren Ernteertrag (u. a. der belgischen Kartoffelparzellen) auf eine nachhaltige Weise zu steigern. WatchITgrow bietet auf Basis von Satellitenaufnahmen, Wetter-, Boden-, Nutzer- und IoT-Daten Einblicke in die Entwicklung und den möglichen Ertrag der Ernte. In nächster Zukunft werden den Anbauern personalisierte Empfehlungen übermittelt sowie weitere Datenquellen in die Anwendung integriert werden können. Auch AVR visiert bereits eine Nutzung dieser Daten in nicht allzu ferner Zukunft an.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und empfangen Sie alle Einladungen: Bitte, hier anmelden.
Presse: Tine Coopman | 0032 51 24 55 66